
Mit der Unterzeichnung der Verträge hat Lufthansa die österreichische Fluglinie Austrian Airlines (AUA) übernommen. Die Lufthansa-Gruppe steigt damit gemessen an den Passagierzahlen zur größten Fluggesellschaft Europas auf. Die EU-Wettbewerbshüter hatten den Schritt Ende August genehmigt, allerdings unter der Auflage, dass die Fluglinie Start- und Landerechte auf den Strecken zwischen Wien und Frankfurt, München, Stuttgart, Köln sowie Brüssel abgibt.
Die Übernahmevereinbarung unterzeichneten Vertreter beider Fluggesellschaften und der österreichischen Staatsholding ÖIAG in Schwechat bei Wien. Die ÖIAG verkauft ihre AUA-Anteile von rund 42 Prozent komplett an die Lufthansa. Der Kaufpreis liegt nach EU-Angaben bei 366.000 Euro. Privataktionären hatte die Lufthansa 4,49 Euro pro Aktie ausgezahlt.
Maximal kostet Lufthansa die Übernahme 382 Millionen Euro. Ein großer Teil der Summe ist aber nur dann fällig, wenn sich die erwarteten wirtschaftlichen Erfolge einstellen. ÖIAG-Chef Peter Michaelis erklärte, dass Lufthansa auch AUA-Altlasten in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro übernehme. 500 Millionen Euro Unterstützung steuert die österreichische Regierung bei.
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sprach von einem Zeichen, dass das Unternehmen seinen strategischen Kurs halte. "Die AUA hat kein Produktproblem, sie hat ein Kostenproblem", sagte er. Die defizitäre AUA hatte angekündigt, bis Mitte des kommenden Jahres rund 1000 von 7500 Stellen zu streichen. Die vormalige österreichische Staatsfluglinie soll wie die zuvor bereits von Lufthansa übernommenen Fluglinien Swiss, British Midland und Brussels Airlines als eigenständiger Anbieter erhalten bleiben.
(c) dpa, tagesschau, lufthansa (alle c2009)